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Wein Wissen: Händlerabfüllungen und Chateauabfüllungen bei alten Bordeaux


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Wein Wissen: Händlerabfüllungen und Chateauabfüllungen bei alten Bordeaux

Bei sehr alten Weinen aus dem Bordeaux und zum Teil bis in die 70er Jahre hinein werden Sie immer wieder auf Weinflaschen mit scheinbar unüblichen Etiketten treffen. Oft sehen zwei Weine des selben Chateau, aus dem selben Jahrgang völlig verschieden aus.
Chateau Beychevelle 4eme Grand Cru Classé St.Julien als Chateauabfüllung von 1972 und als Händlerabfüllung von Barriere aus dem Jahr 1966.

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Chateau Cos d'Estournel 2eme Grand Cru Classé St.Estephe als Chateauabfüllung und als Händlerabfüllung, einmal Jahrgang 1960 und einmal 1952

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Noch berühmter: Chateau Cheval Blanc 1er Grand Cru Classé St.Emilion einmal 1985 vom Chateau etikettiert und einmal 1951 von Vandermeulen.

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Bis Ende der 60er Jahre beherrschten die großen Bordeauxhändler den gesamten Markt. Die Weingüter selbst kümmerten sich kaum selbst um die Vermarktung. Chateauabfüllungen waren eher die Ausnahme (damit startete als erstes Weingut Chateau Mouton Rothschild 1924).

Wie sah das Prozedere aus? Die Handelshäuser schickten ihre Vertreter direkt aufs Weingut. Dort wurden die Weine im Fass gekauft. Die Abfüllung und logischerweise auch die Etikettierung nahm der Weinhändler (eigentlich der Weingrosshändler) bei sich vor. Englische und belgische Weinhandelshäuser (die früher eine große Rolle spielten) füllten die eingekauften Weine tatsächlich erst in ihrem Heimatland ab.

Man kann immer wieder beobachten, dass Händlerabfüllungen eine bessere Qualität als die Weine vom Chateau aufweisen. Warum?
Die Weinhandelshäuser wählten für sich die besten Fässer aus. Sie verfügten zum Abfüllen schon früh über professionelle Technik zum Abwickeln großer Mengen. Sie konnten den idealen Zeitpunkt wählen, um die Weine auf Flaschen zu ziehen.
Die Weingüter (vor allem die kleineren) waren dagegen häufig noch weit entfernt von heutiger Perfektion (und finanziellen Möglichkeiten). Man hatte es mit Weinbauern zu tun. Abgefüllt wurde, wenn neben den übrigen Arbeiten Zeit dafür blieb.

Wichtige Weinhändler in Frankreich waren Cruse, Lurton, Hanappier, Cordier und Barriere, bedeutsam auch aus Belgien Vandermeulen, dann Eschenauer, Leroy, Reidemeister und Ulrich.
Die Handelshäuser brachten zum einen eigene Weinmarken in den Verkauf, zum anderen vertrieben sie die bekannteren Chateaux mit einem speziellen Etikett.

Mit der Zeit setzte ein Wandel ein. Die berühmtesten Weingüter gingen eigene Wege, zuerst die 1er und 2eme Grand Cru. Sie begannen ihre Weine selbst zu vermarkten. Die Chateauabfüllung wurde zum Qualitätsmerkmal.
Viele der traditionsreichen Handelhäuser kauften die Weingüter selbst auf: Cordier wurde Besitzer von Chateau Gruaud Larose, Chateau Talbot und anderen. Das Weinhandelshaus trat zumindestens auf dem Etikett des Weines in den Hintergrund. Eigentümlich war dafür die Flaschenform aller Weingüter in Cordier-Besitz:
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Ein interessantes Beispiel ist die Händlerdynastie Moueix. Das Weinhandelsimperium schuf seinen Ruhm durch Chateau Petrus. Es begann aber nur als Exklusivhändler für Petrus, um das Weingut später zu 100% selbst zu übernehmen.


Möchten sie einen hochwertigen alten Wein aus einem bestimmten Jahrgang verschenken? Die Jubiläumsjahrgänge: Wein 1943, Wein 1952, Wein 1963, Wein 1973 und Wein 1983.
 

 


Wein, Weingüter Gaja, Pio Cesare, Prunotto, Villa Antinori, Talbot, Pichon Longueville

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